DDR4 – Double Data Rate 4 SDRAM
Abkürzung: DDR4
DDR4 ist die vierte Generation des DDR-SDRAM. Die Module arbeiten mit 1,2 V Betriebsspannung. Das 288-poliges DIMM passt nicht in DDR3-Steckplätze.
Datenblatt
| DDR4 | |
|---|---|
| Norm | JEDEC JESD79-4 (September 2012) |
| Marktstart | 2014 (Intel X99), Massenmarkt ab 2015 (Intel Skylake), AMD ab 2017 (Ryzen) |
| Spannung | VDD 1,2 V, VPP 2,5 V (Wortleitungs-Pumpspannung, extern zugeführt) |
| Transferraten (JEDEC) | DDR4-1600 bis DDR4-3200, d. h. 800–1600 MHz I/O-Takt |
| Prefetch | 8n, wie DDR3 |
| Bänke | 16 je Chip in 4 Bank Groups (x4/x8), 8 in 2 Groups (x16) |
| Chipdichten | 2, 4, 8, 16 Gbit je Die |
| DIMM | 288 Pins, Kerbe gegenüber DDR3 versetzt |
| SO-DIMM | 260 Pins |
| Burst | BL8, Burst Chop 4 |
| Vorgänger / Nachfolger | DDR3 / DDR5 |
Was DDR4 von DDR3 unterscheidet
Der Prefetch bleibt bei 8n. Die höhere Datenrate erreicht DDR4 nicht über einen breiteren internen Bus, sondern über Bank Groups: Die Bänke eines Chips sind in Gruppen mit eigenen Datenpfaden organisiert. Zugriffe auf unterschiedliche Gruppen können dichter aufeinander folgen (tCCD_S) als Zugriffe innerhalb einer Gruppe (tCCD_L). Der Speichercontroller muss dafür die Adressen geschickt verteilen; deshalb profitiert DDR4 stärker von Interleaving als DDR3.
Die Betriebsspannung sinkt von 1,5 V (DDR3) bzw. 1,35 V (DDR3L) auf 1,2 V. Die Pumpspannung für die Wortleitungen (VPP) wird nicht mehr auf dem Chip erzeugt, sondern als 2,5 V extern angelegt – ein zusätzlicher Pin, aber weniger Verlustleistung im Die.
Neu sind außerdem:
- Pseudo Open Drain (POD) als I/O-Schnittstelle: Die Datenleitungen werden nur beim Treiben einer 0 mit Strom belastet, was bei hohen Taktraten Leistung spart.
- Data Bus Inversion (DBI): Der Chip invertiert ein Datenbyte, wenn dadurch weniger Leitungen auf 0 liegen, und signalisiert das über eine Zusatzleitung.
- CRC für Schreibdaten und Parität auf dem Command/Address-Bus – vorher nur in Registered-Modulen für Server üblich.
- Internes VrefDQ-Training: Die Referenzspannung für den Datenempfang wird pro Chip kalibriert, statt extern vorgegeben.
- Gear-Down-Modus für Command/Address bei hohen Taktraten.
Modulformate
Das 288-Pin-DIMM ist 133,35 mm breit wie das DDR3-DIMM (240 Pins), die Kontakte liegen aber enger und die Kerbe sitzt an anderer Stelle. Die Kontaktleiste ist leicht gebogen: Die mittleren Kontakte stehen etwas weiter vor, damit beim Einsetzen nicht alle 288 Pins gleichzeitig Kraft brauchen.
| Modul | Einsatz | Besonderheit |
|---|---|---|
| UDIMM | Desktop | unbuffered, mit oder ohne ECC |
| SO-DIMM | Notebook, Mini-PC | 260 Pins, 69,6 mm breit |
| RDIMM | Server, Workstation | Register für Command/Address, höhere Modulzahl je Kanal |
| LRDIMM | Server | zusätzlicher Datenpuffer, ermöglicht Module ab 64 GB |
Registered- und Load-Reduced-Module laufen nicht auf Desktop-Boards, auch wenn sie mechanisch passen; der Speichercontroller der CPU entscheidet.
Takt, Timings und Übertaktung
Die JEDEC-Profile reichen bis DDR4-3200 mit CL22 (22-22-22). Das SPD-EEPROM auf dem Modul (512 Byte, I²C) enthält diese Profile; XMP 2.0 (Intel) und später AMD-Profile ergänzen im selben EEPROM übertaktete Einstellungen wie DDR4-3200 CL16 oder DDR4-3600 CL18, die das BIOS auf Wunsch lädt. Alles oberhalb von 3200 MT/s ist außerhalb der Norm, wenn auch bei Consumer-Modulen der Normalfall.
Wie bei jeder DDR-Generation steigt mit dem Takt die CAS Latency in Zyklen, während die absolute Latenz in Nanosekunden etwa gleich bleibt: DDR4-2133 CL15 und DDR4-3200 CL22 liegen beide bei rund 14 ns. Die übrigen Timings erklären die Einträge zu tRCD und Dual Channel.
Kompatibilität
- DDR4 passt mechanisch nicht in DDR3- oder DDR5-Steckplätze.
- Welche Generation ein Board nimmt, legt der Speichercontroller der CPU fest. Intel Alder Lake (2021) unterstützt DDR4 und DDR5, aber nie beides auf demselben Board.
- Module unterschiedlicher Geschwindigkeit laufen gemeinsam mit dem langsamsten JEDEC-Profil.
- ECC-UDIMMs funktionieren auf Desktop-Boards nur, wenn Chipsatz und CPU ECC unterstützen; sonst laufen sie ohne Fehlerkorrektur oder gar nicht.
Der Vergleich aller Bauformen und Generationen mit Kerbenpositionen steht im Guide Speicherbauformen.
Normen und Quellen
- JEDEC JESD79-4 – DDR4 SDRAM Standard
- JEDEC JESD21-C – Module Standards (288-Pin DDR4 DIMM Design Specification, 260-Pin SO-DIMM)
- JEDEC Serial Presence Detect (SPD) for DDR4 SDRAM Modules