Micro-Rechenzentrum

Ein Micro-Rechenzentrum — englisch Micro Data Center — packt die Infrastruktur eines Rechenzentrums in ein geschlossenes Schranksystem. Es braucht keinen eigenen klimatisierten Raum und lässt sich in einer Werkshalle, einem Büro oder einem Lager aufstellen.

Was drin steckt

KomponenteAufgabe
Schrankgeschlossen, staub- und wassergeschützt, oft feuerhemmend
Kühlungeigenes Klimagerät im oder am Schrank
BrandschutzFrüherkennung und Löschanlage im Schrank
StromverteilungPDUs, oft mit USV
MonitoringTemperatur, Feuchte, Tür, Rauch, Strom, mit Alarmierung
ZutrittSchloss oder elektronische Zutrittskontrolle

Ein Beispiel für die Größenordnung ist die Baureihe von Rittal: Die kleinste Variante hat 15 Höheneinheiten und 2,4 kW Kühlleistung, die größeren 42 oder 47 Höheneinheiten. Die Gehäuse erreichen Schutzart IP 55 oder IP 56 und Feuerwiderstand F 90 nach DIN 4102-2.

Einsatz

  • Fabrik und Logistik: IT nahe an Maschinen und Lagertechnik, in staubiger oder feuchter Umgebung.
  • Filialen und Außenstellen: lokale Server ohne eigenen Serverraum.
  • Edge Computing: Rechenleistung nahe am Nutzer, etwa für geringe Latenz.
  • Übergang: schneller Ersatz, wenn ein Serverraum saniert wird.

Gegenüber einem gebauten Serverraum spart das Micro-Rechenzentrum Planung und Bauzeit, ist aber in der Leistung begrenzt. Erweitern heißt: weiteren Schrank aufstellen.

Abgrenzung

Edge-Rechenzentrum. Beschreibt den Standort nahe am Nutzer, nicht die Bauform. Ein Edge-Rechenzentrum kann ein Micro-Rechenzentrum sein, aber auch ein Container oder ein kleines Gebäude.

Modulares Rechenzentrum. Vorgefertigte Module in der Größe von Containern oder ganzen Hallen, mit Leistungen im Megawattbereich.

Serverraum. Ein Raum, dessen Wände, Klima und Brandschutz die Infrastruktur bilden. Beim Micro-Rechenzentrum übernimmt das der Schrank.

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