Universally Administered Address
Abkürzung: UAA
Eine UAA ist eine MAC-Adresse, die aus einem vom IEEE vergebenen Block stammt und deshalb weltweit nur einmal vorkommen sollte. Sie ist der Regelfall für die ab Werk vergebene Adresse einer Netzwerkschnittstelle.
Erkennung
Maßgeblich ist das U/L-Bit im ersten Byte, das zweitniederwertigste Bit mit dem Wert 0x02. Bei einer UAA ist es 0.
Für die Praxis genügt ein Blick auf die zweite Hexziffer. Handelt es sich um eine Einzeladresse, ist sie bei einer UAA 0, 4, 8 oder C:
00:1A:2B:3C:4D:5E UAA, Hersteller im Register nachschlagbar 02:1A:2B:3C:4D:5E LAA, kein Registereintrag
Woher die Eindeutigkeit kommt
Die Eindeutigkeit ist nicht technisch erzwungen, sondern organisatorisch zugesichert. Sie beruht auf zwei Schritten:
Das IEEE vergibt einem Antragsteller einen Adressblock und führt ihn in einem öffentlichen Register. Weil jeder Block nur einmal vergeben wird, können sich die Adressen zweier Hersteller nicht überschneiden.
Innerhalb seines Blocks vergibt der Hersteller die restlichen Bits selbst und ist dafür verantwortlich, jede Adresse nur einmal zu verwenden. Ob er das tut, prüft niemand.
Die Blockgrößen unterscheiden sich — neben dem 24-Bit-Block gibt es kleinere Zuteilungen, was beim Nachschlagen eine Rolle spielt. Das ist im Artikel zur MAC-Adresse beschrieben.
Wo die UAA liegt
Die UAA ist im nichtflüchtigen Speicher der Schnittstelle abgelegt, meist im EEPROM oder im Flash des Netzwerkchips, und wird beim Start in den Treiber geladen. Daraus stammt die ältere Bezeichnung BIA (Burned-In Address).
Wichtig ist die Folge daraus: Wer die Adresse eines Systems ändert, überschreibt nur die Kopie, mit der der Treiber arbeitet. Die UAA selbst bleibt im Gerät und erscheint nach einem Neustart wieder, sofern die Änderung nicht dauerhaft hinterlegt wurde. Sie steht zusätzlich auf dem Typenschild und ist damit auch dann ablesbar, wenn das Gerät im Netz unter einer anderen Adresse auftritt.
Ein Gerät trägt in der Regel mehrere UAA, nicht eine: LAN, WLAN und Bluetooth haben jeweils eine eigene. Häufig liegen sie fortlaufend hintereinander, weshalb aus einer bekannten Adresse die übrigen oft erraten werden können — ein Umstand, der bei der Wiedererkennung von Geräten ausgenutzt wird.
Wann die UAA im Netz nicht mehr auftaucht
Das ist die wesentliche Verschiebung der letzten Jahre. Mobiltelefone, Tablets und aktuelle Rechner melden sich in Funknetzen nicht mehr mit ihrer UAA an, sondern mit einer lokal erzeugten Zufallsadresse — je Netz eine eigene, teils in Abständen neu. Die UAA existiert weiter, wird aber nicht mehr gesendet.
Für die Fehlersuche heißt das: Die Adresse auf dem Typenschild und die Adresse in der Geräteliste des Routers müssen nicht übereinstimmen, und die Abweichung ist kein Fehler. Umgekehrt setzt jede Maßnahme, die an der UAA hängt — Freigabe, Reservierung einer IP-Adresse, Abrechnung nach Gerät —, voraus, dass die Zufallsvergabe für dieses Netz am Endgerät abgeschaltet ist.
Stolperstellen
Weltweit eindeutig heißt nicht garantiert eindeutig. Dubletten kommen vor: durch Hersteller, die einen fremden oder nicht zugeteilten Block verwenden, durch fehlerhafte Fertigungsläufe, durch geklonte Geräte. Im Netz zeigt sich das als wanderndes Gerät — ein Switch sieht dieselbe Adresse abwechselnd an zwei Ports, die Zuordnung springt, Verbindungen reißen sporadisch ab. Zwei Geräte mit gleicher UAA lassen sich nur dadurch trennen, dass man einem von beiden eine LAA zuweist.
Das Register nennt den Hersteller der Schnittstelle. Steckt in einem Gerät ein zugekauftes Funkmodul, steht dessen Hersteller im Register, nicht der Name auf dem Gehäuse.
Die UAA ist nicht geheim und nicht fälschungssicher. Sie ist innerhalb des Netzabschnitts für alle sichtbar und lässt sich auf praktisch jedem Betriebssystem mit einem Befehl überschreiben. Als Berechtigungsnachweis taugt sie nicht.
Über einen Router hinaus ist sie nicht sichtbar. Eine UAA sagt nichts über einen Absender im Internet aus.
Abgrenzung
LAA ist das Gegenstück: eine lokal vergebene Adresse mit gesetztem U/L-Bit, die in keinem Register steht. Die beiden Begriffe unterscheiden sich genau in diesem einen Bit.
MAC-Adresse ist der Oberbegriff; UAA und LAA bezeichnen deren Herkunft, nicht ihren Aufbau.
OUI ist die 24 Bit lange Herstellerkennung, aus der eine UAA gebildet wird. Eine CID ist eine Kennung derselben Länge, die ausdrücklich keine UAA erzeugt — Adressen aus einer CID tragen das U/L-Bit gesetzt und sind damit LAA, obwohl sie registriert sind.
EUI-48 ist die heute übliche Bezeichnung für das 48 Bit lange Format; MAC-48 gilt als veraltet. EUI-64 ist die 64 Bit lange Variante desselben Schemas.
Quellen
- IEEE Std 802: Overview and Architecture
- IEEE Registration Authority: Guidelines for Use of EUI, OUI and CID