Informationssicherheit und Recht

In den übrigen Sicherheitskategorien steht auf der anderen Seite ein Angreifer. Hier steht dort ein Gesetzgeber, eine Behörde oder ein Prüfer. Es geht nicht darum, wie etwas geschützt wird, sondern wer was verlangt, von wem, und was passiert, wenn es fehlt.

Beim Zugriffsrecht zeigt sich, dass Sicherheit nicht nur das Fernhalten Unbefugter meint. Der CLOUD Act regelt, unter welchen Umständen US-Behörden auf Daten zugreifen können, die ein amerikanischer Anbieter verwahrt — unabhängig davon, in welchem Land die Server stehen. Lawful Interception beschreibt die Kehrseite im eigenen Netz: eine Schnittstelle, die Netzbetreiber bereitstellen müssen, damit staatliche Stellen Verkehr mitlesen können. Beides sind keine Lücken, sondern vorgesehene Zugänge.

Der Geheimschutz macht aus einer Einstufung eine technische Anforderung. VS-Nur für den Dienstgebrauch ist die niedrigste deutsche Geheimhaltungsstufe und trotzdem folgenreich: Sie entscheidet darüber, welche Geräte, Netze und Dienste überhaupt eingesetzt werden dürfen.

Daneben wächst die Regulierung der Informationssicherheit: Pflichten für Betreiber kritischer Anlagen, Meldefristen bei Vorfällen, Nachweise gegenüber Aufsichtsbehörden und die Managementsysteme, mit denen Unternehmen das organisieren. Diese Begriffe sind jung im Vergleich zum Rest des Lexikons, und sie ändern sich schneller.

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