Mobilfunk
Mobilfunk unterscheidet sich von anderen Funktechniken durch ein Merkmal: die Zelle. Der Versorgungsbereich wird in viele kleine Bereiche aufgeteilt, dieselben Frequenzen lassen sich in nicht benachbarten Zellen wiederverwenden, und ein Gerät wird beim Wechsel unterbrechungsfrei übergeben. Alles Weitere folgt aus dieser Grundidee.
Die Generationen bauen aufeinander auf. AMPS steht für die analoge erste Generation, GSM für die digitale zweite, die in Europa den Massenmarkt begründete. GPRS und EDGE ergänzten GSM um Paketvermittlung und höhere Datenraten, UMTS brachte mit CDMA ein anderes Zugriffsverfahren, HSDPA beschleunigte dessen Abwärtsstrecke. Die Kürzel bezeichnen dabei teils Netze, teils bloße Erweiterungen — ein Grund, warum die Zählung nach Generationen unscharf bleibt.
Zur Teilnehmerverwaltung gehören zwei Nummern, die regelmäßig verwechselt werden: Die IMSI identifiziert den Teilnehmer im Netz und steht auf der SIM-Karte, die MSISDN ist die Rufnummer, unter der er erreichbar ist. Beide lassen sich unabhängig voneinander ändern — die Grundlage jeder Rufnummernmitnahme.
Die Kurznachrichtendienste SMS, EMS und MMS entstanden als Nebenprodukt des Signalisierungskanals und wurden zum eigenständigen Massendienst. Eingabehilfen wie T9 und iTAP sind Erinnerungsstücke aus der Zeit vor der Bildschirmtastatur.
Jenseits der terrestrischen Netze arbeiten Satellitensysteme wie Iridium und Thuraya, die dort Erreichbarkeit herstellen, wo keine Zellen stehen.
- Advanced Mobile Phone System (AMPS) Advanced Mobile Phone System (AMPS) ist ein Mobilfunksystem mit Uplink bei 824 MHz bis 849 MHz und Downlink bei 869 MHz bis 894 MHz, vorwiegend in den USA genutzt.
- Code Division Multiple Access (CDMA) Code Division Multiple Access (CDMA) ist ein Multiplexverfahren für die Funkübertragung, bei dem alle Teilnehmer denselben Frequenzbereich nutzen und die Nutzsignale unterschiedlich kodiert werden.
- Enhanced Data Rates for GSM Evolution (EDGE) Enhanced Data Rates for GSM Evolution (EDGE) ist eine Mobilfunk-Übertragungstechnik, die mit 8-PSK-Modulation eine Datenrate von bis zu 48 Kbit/s pro Kanal und 384 Kbit/s durch Kanalbündelung erreicht.
- Enhanced Messaging Service (EMS) Der Enhanced Messaging Service (EMS) ist eine Erweiterung von SMS und ermöglicht die Übertragung einfacher Grafiken und Sounds mit einer Kurznachricht.
- General Packet Radio Service (GPRS) General Packet Radio Service (GPRS) ist ein Verfahren zur Datenübertragung in GSM-Mobilfunknetzen mit theoretisch bis zu 172 kBit/s, in deutschen Netzen heute bis zu 64 kbit/s.
- High Speed Circuit Switched Data (HSCSD) HSCSD (High Speed Circuit Switched Data) ist eine GSM-Erweiterung, die durch Bündelung mehrerer Kanäle die Datenübertragungsrate auf bis zu 115,2 kBit/s erhöht.
- High Speed Downlink Packet Access (HSDPA) HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) ist eine von Nokia vorgeschlagene Protokollerweiterung für WCDMA-Netze, die die Datenrate im Downlink auf bis zu 14,4 MBit/s erhöht.
- International Mobile Subscriber Identity (IMSI) Die IMSI (International Mobile Subscriber Identity) identifiziert Netzteilnehmer in Mobilfunknetzen eindeutig. Die 15 Byte lange Kennung enthält den MCC (Mobile Country Code) und den MNC (Mobile Network Code) und ist auf der SIM-Karte gespeichert.
- Iridium Iridium ist ein Satellitenkommunikationssystem von Boeing, das die gesamte Erdoberfläche mit Satellitentelefonen abdeckt und über die Vorwahlen +8816 und +8817 erreichbar ist.
- iTAP iTAP ist eine von Motorola entwickelte Texteingabehilfe für Mobiltelefone, die in neuen Motorola-Geräten zur Erstellung von SMS verwendet wird.
- Mobile Subscriber ISDN Number (MSISDN) Die Mobile Subscriber ISDN Number (MSISDN) ist der Fachausdruck für eine Mobiltelefonnummer, die weltweit eindeutig ist und aus Country Code, National Destination Code und Subscriber Number besteht.
- Multimedia Messaging Service (MMS) Der Multimedia Messaging Service (MMS) ist ein Nachrichtendienst zur Übermittlung multimedialer Inhalte wie Bilder, Videos und Sounds vom Mobiltelefon als Weiterentwicklung von SMS und EMS.
- Push-to-Talk (PTT) Push-to-Talk (PTT), offiziell Push-to-Talk over Cellular (PoC), ist eine Konferenzschaltung für Handys, die Sprache über GPRS an mehrere Empfänger überträgt.
- Short Message Service (SMS) Der Short Message Service (SMS) ist ein Telekommunikationsdienst zur Übertragung von Textnachrichten über den Signalisierungskanal des GSM-Netzes mit einer maximalen Länge von 160 Zeichen.
- SIM-Lock SIM-Lock bezeichnet eine Sperre, die ein Mobiltelefon auf eine bestimmte SIM-Karte beschränkt und die Nutzung mit Karten anderer Provider verhindert.
- Subscriber Identification Module (SIM) Subscriber Identification Module (SIM) ist eine SIM-Karte für Mobiltelefone, die den Teilnehmer über die enthaltene IMSI identifiziert.
- Text on 9 keys (T9) Text on 9 keys (T9) ist eine Eingabehilfe für Mobiltelefone, die Textnachrichten über Telefontastaturen vereinfacht, indem sie Eingaben in Echtzeit in einem Wörterbuch nachschlägt.
- Thuraya Thuraya ist ein Satellitentelefon-System mit Sitz in den VAE, das mit zwei Satelliten Europa, Nord- und Zentralafrika, Teile Südafrikas, den Mittleren Osten sowie Zentral- und Südasien abdeckt. Die Vorwahl lautet +88216.
- Universal Mobile Telecommunications System (UMTS) UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) ist ein Mobilfunkstandard der dritten Generation mit theoretischen Datenraten von bis zu 2 MBit/s.
- Unlicensed Mobile Access (UMA) UMA (Unlicensed Mobile Access) ist eine Technologie zur Übertragung von GSM- und GPRS-Daten über lizenzfreie Funknetze wie WLAN und Bluetooth, wobei das Umschalten für den Nutzer unbemerkt erfolgt.
- Wireless Application Protocol (WAP) Das Wireless Application Protocol (WAP) definiert ein Schichtenmodell für die Bereitstellung von Informationen auf mobilen Endgeräten. Es ermöglichte Internetzugang für Mobiltelefone (WAP-Handy).
- Wireless World Initiative New Radio (WINNER) Wireless World Initiative New Radio (WINNER) ist eine Plattform von Herstellern und Anbietern zur Definition zukünftiger Wireless-Anwendungen.