DSL-Splitter
Der DSL-Splitter trennt Telefonie und DSL auf einer Kupferleitung. Seit der Umstellung auf IP-Anschlüsse wird er in der Regel nicht mehr gebraucht.
Definition
Ein DSL-Splitter ist ein passiver Frequenzfilter. Er teilt das Signal einer Kupferdoppelader in zwei Wege auf: den unteren Frequenzbereich für das Telefon und den oberen für das DSL-Modem.
Das war nötig, solange Telefonie und DSL gleichzeitig über dieselbe Leitung liefen. Das Telefon arbeitete im Sprachband bis etwa 4 kHz, bei ISDN bis etwa 120 kHz. DSL lag darüber. Ohne Trennung hätten die hochfrequenten DSL-Signale im Telefon als Störgeräusch gelegen, und das Klingeln sowie die Wählimpulse des Telefons hätten die DSL-Verbindung gestört.
Die Deutsche Telekom bezeichnete das Gerät als Breitbandanschlusseinheit, abgekürzt BBAE. In älteren Unterlagen und Anleitungen taucht fast ausschließlich diese Bezeichnung auf.
Aufbau
Der Splitter hat drei Anschlüsse:
- Eingang zur Telefondose, meist über ein TAE-Kabel
- Telefonausgang als TAE-Buchse, für das analoge Telefon oder den ISDN-Netzabschluss
- DSL-Ausgang als RJ45- oder RJ11-Buchse, für das Modem
Er enthält ausschließlich passive Bauteile und braucht keinen Strom. Der Telefonausgang ist ein Tiefpass, der nur das Sprachband durchlässt. Der DSL-Ausgang ist durchgeschaltet, das Modem filtert selbst.
Varianten nach Anschlussart
In Deutschland wurde ADSL überwiegend über ISDN-Anschlüsse geschaltet, festgelegt als Annex B. DSL begann dort erst oberhalb des ISDN-Bereichs. Splitter für den deutschen Markt waren entsprechend auf dieses Frequenzband abgestimmt.
In anderen Ländern war Annex A über analoge Anschlüsse verbreitet, mit einer niedrigeren Trennfrequenz. Die Geräte sind nicht ohne Weiteres austauschbar.
Statt eines zentralen Splitters waren in manchen Ländern kleine Filter an jeder Telefondose üblich, sogenannte Mikrofilter. In Deutschland setzte sich die zentrale Lösung durch.
Nach der Umstellung auf IP
Mit der Umstellung des Festnetzes auf IP-Anschlüsse läuft die Telefonie als VoIP über die DSL-Verbindung selbst. Auf der Leitung liegt dann kein Telefonsignal mehr, und es gibt nichts zu trennen.
Der Splitter wird damit überflüssig. Die Telekom hat die Umstellung zwischen 2014 und 2018 durchgeführt, andere Anbieter folgten. An einem IP-Anschluss wird der Router direkt mit der Telefondose verbunden, das Telefon an den Router.
Er kann sogar schaden. Ein verbliebener Splitter ist eine zusätzliche Steckverbindung und ein zusätzliches Bauteil im Signalweg. Bei VDSL mit Vectoring und höheren Frequenzen fällt das stärker ins Gewicht als bei ADSL. Die Folge können eine geringere Synchronisationsrate oder sporadische Verbindungsabbrüche sein. Anbieter empfehlen deshalb, ihn beim Wechsel auf einen IP-Anschluss zu entfernen.
Wer bei einem älteren Anschluss eine unerklärlich niedrige Rate oder instabile Verbindung hat, sollte als ersten Schritt prüfen, ob noch ein Splitter zwischen Dose und Router sitzt.
Wo er noch vorkommt
Anschlüsse mit echtem analogem oder ISDN-Telefonsignal auf der Leitung gibt es in Deutschland praktisch nicht mehr. Splitter finden sich deshalb fast nur noch als Überbleibsel, die niemand entfernt hat.
In anderen Ländern und bei Sonderanschlüssen können sie weiterhin nötig sein. Maßgeblich ist, ob auf der Leitung neben DSL noch ein Telefonsignal anliegt.
Abgrenzung
Ein Netzwerk-TAP ist ein Gerät zum Mitschneiden von Datenverkehr in einem Netzwerk. Er wird gelegentlich ebenfalls Splitter genannt, hat mit dem DSL-Splitter aber nichts gemeinsam.
Verteiler und Abzweiger in der Koaxialinstallation eines Kabelanschlusses teilen ein Signal auf mehrere Dosen auf. Im Englischen heißen sie ebenfalls Splitter, sind aber keine Frequenzweichen.
Ein optischer Splitter teilt in passiven Glasfasernetzen das Licht auf mehrere Teilnehmer auf. Auch das ist ein anderes Bauteil mit anderem Zweck.
Der NTBA ist der Netzabschluss eines ISDN-Anschlusses. Er saß hinter dem Splitter am Telefonausgang.
Quellen
- ITU-T G.992.1: Asymmetric digital subscriber line (ADSL) transceivers, mit Annex A und Annex B
- ITU-T G.993.2: Very high speed digital subscriber line transceivers 2 (VDSL2)
- ETSI TS 101 952: Access network xDSL splitters for European deployment
- Deutsche Telekom: Informationen zur Umstellung auf IP-basierte Anschlüsse