Network Termination for Basic Rate Access
Abkürzung: NTBA
Der NTBA war der Netzabschluss eines ISDN-Basisanschlusses. Mit der Umstellung des Festnetzes auf IP ist er überflüssig geworden.
Definition
Der NTBA setzte die Zweidrahtleitung des Netzbetreibers auf den vierdrähtigen Anschlussbus in der Wohnung um. Auf der Netzseite lag die sogenannte U-Schnittstelle, auf der Teilnehmerseite der S0-Bus, an den Telefone und andere Geräte angeschlossen wurden.
Ein Basisanschluss bot zwei Nutzkanäle zu je 64 kbit/s und einen Steuerkanal mit 16 kbit/s. Damit waren zwei gleichzeitige Gespräche möglich, oder eine Datenübertragung mit 128 kbit/s, wenn beide Kanäle gebündelt wurden.
Das Gerät gehörte zum Netz und wurde vom Anbieter gestellt. Es brauchte eine eigene Stromversorgung.
Der S0-Bus
Am NTBA hing ein Bus, an den bis zu acht Geräte angeschlossen werden konnten. Die Verkabelung erfolgte über IAE-Dosen oder direkt.
Zwei Dinge waren dabei wichtig.
Abschlusswiderstände. Am Ende des Busses mussten Widerstände von 100 Ohm sitzen, damit keine Reflexionen entstanden. Im NTBA waren sie meist zuschaltbar, in der letzten Dose ebenfalls. Fehlende oder doppelte Widerstände waren eine klassische Fehlerquelle.
Buskonfiguration. Üblich war ein kurzer Bus bis etwa 150 Meter. Für größere Längen gab es andere Bauformen mit strengeren Vorgaben.
Notbetrieb
Der NTBA konnte über die Leitung aus der Vermittlungsstelle gespeist werden. Bei Stromausfall blieb dadurch ein dafür vorgesehenes Telefon funktionsfähig, allerdings mit eingeschränktem Umfang.
Diese Eigenschaft ging mit der Umstellung auf IP verloren. Ein heutiger Anschluss braucht Strom für Router und Telefon, und bei Stromausfall ist auch der Notruf nicht mehr erreichbar.
Nach der Umstellung
Die Deutsche Telekom hat ISDN im Festnetz zwischen 2014 und 2018 abgeschaltet, andere Anbieter folgten. Seither gibt es keine ISDN-Basisanschlüsse mehr.
Der NTBA hat damit keine Funktion. Er kann entfernt werden. Wer ihn aus Gewohnheit hängen lässt, betreibt lediglich ein Netzteil.
Alte ISDN-Geräte weiterverwenden. Router mit S0-Anschluss stellen einen Bus zur Verfügung und setzen intern auf VoIP um. Damit lassen sich vorhandene ISDN-Telefone und Telefonanlagen weiterbetreiben. Der NTBA wird dabei nicht gebraucht, der Router übernimmt seine Rolle.
An Nebenfunktionen scheitert es häufiger als an der Telefonie selbst. Türsprechstellen, Alarmanlagen und Aufzüge, die am S0-Bus hingen, sind der Teil, der bei einer Umstellung Schwierigkeiten macht.
Abgrenzung
Der NTPM war das Gegenstück für den Primärmultiplexanschluss mit 30 Nutzkanälen.
Der DSL-Splitter trennte Telefonie und DSL auf derselben Leitung. Er saß vor dem NTBA, nicht dahinter.
Die TAE-Dose ist der Anschlusspunkt für analoge Endgeräte. Der S0-Bus verwendete andere Dosen.
Quellen
- ITU-T I.430: Basic user-network interface, Layer 1 specification
- ETSI ETS 300 012: Integrated Services Digital Network, Basic user-network interface
- Deutsche Telekom: Informationen zur Umstellung auf IP-basierte Anschlüsse