PLOAM – Physical Layer Operations, Administration and Maintenance

Abkürzung: PLOAM

PLOAM ist der Steuerkanal, über den OLT und ONT in einem passiven optischen Netz die physikalische Übertragung verwalten. Darüber laufen Anmeldung, Entfernungsmessung, Schlüsselaustausch und Abmeldung — alles, was geregelt sein muss, bevor Nutzdaten fließen können.

Der Kanal ist kein eigenes Protokoll auf einer höheren Schicht, sondern ein Feld im Rahmen selbst. Er ist damit die unterste Verwaltungsebene eines GPON.

Wofür PLOAM zuständig ist

In einem passiven optischen Netz teilen sich alle Teilnehmer eine Faser. Das OLT muss deshalb wissen, welche Geräte angeschlossen sind, wie weit sie entfernt liegen und wann jedes von ihnen senden darf. Diese Abstimmung erledigt PLOAM:

Anmeldung. Ein neu angeschlossenes ONT meldet sich mit seiner Kennung; das OLT weist ihm eine ONU-ID zu.

Ranging. Das OLT misst die Signallaufzeit zum ONT und teilt ihm eine Verzögerung mit, damit dessen Sendeburst im zugewiesenen Zeitfenster ankommt und nicht in dem des Nachbarn.

Verschlüsselung. Der Schlüssel für die Downstream-Verschlüsselung wird über PLOAM angefordert und gewechselt.

Leistungssteuerung. Sendeleistung und Burstlänge des ONT lassen sich anpassen, etwa bei sehr kurzen oder sehr langen Strecken.

Abmeldung und Störungsmeldung. Das OLT kann ein ONT deaktivieren oder seine Seriennummer sperren. Umgekehrt meldet das ONT Fehlerraten und bei Stromausfall ein letztes „Dying Gasp", damit die Gegenstelle den Ausfall von einem Leitungsfehler unterscheiden kann.

Wo PLOAM im Frame beheimatet ist

Bei GPON nach ITU-T G.984 liegt PLOAM in der Übertragungsschicht GTC (GPON Transmission Convergence). Jeder Rahmen trägt ein eigenes Feld dafür: PLOAMd in Richtung Teilnehmer, PLOAMu in Richtung OLT. Eine Nachricht umfasst 13 Byte — ONU-ID, Nachrichtentyp, zehn Byte Inhalt und eine Prüfsumme.

Bei XGS-PON und NG-PON2 ist das Verfahren gleich geblieben, der Rahmen aber großzügiger: Die Nachrichten sind dort 48 Byte lang, was längere Kennungen erlaubt.

Das PLOAM-Passwort

Zur Anmeldung muss sich ein ONT ausweisen. Der Standard kennt dafür zwei Wege, und Betreiber nutzen je nach Betriebskonzept den einen oder den anderen.

Über die Seriennummer. Jedes ONT trägt eine weltweit eindeutige Kennung aus Herstellerkürzel und laufender Nummer. Der Betreiber hinterlegt sie im OLT; das Gerät wird erkannt und freigegeben.

Über das Passwort. Das OLT fragt mit der Nachricht Request_Password nach, das ONT antwortet mit Password. Bei GPON sind das zehn Byte, üblicherweise als Zeichenkette hinterlegt; in den neueren Verfahren heißt dasselbe Feld Registration ID und ist 36 Byte lang.

Das PLOAM-Passwort hat gegenüber der Seriennummer einen betrieblichen Vorteil: Es hängt am Anschluss, nicht am Gerät. Tauscht der Kunde sein ONT, bleibt die Kennung gültig, und der Betreiber muss nichts umtragen.

Was das für ein eigenes ONT bedeutet

Wer bei FTTH ein selbst beschafftes ONT betreiben will, braucht genau diese Angabe — und nur die, die sein Betreiber tatsächlich auswertet:

Betreiber prüftWas ins Gerät eingetragen wird
Seriennummernichts; der Betreiber trägt die Nummer im OLT ein
Passwortdas PLOAM-Passwort im ONT
LOIDKennung und Passwort im ONT

Ohne die passende Angabe durchläuft das ONT die Anmeldung nicht und bleibt dunkel, auch wenn Faser, Pegel und Gerätetyp stimmen. Die Fehlersuche führt dabei leicht in die falsche Richtung, weil sich der Zustand kaum von einem Leitungsfehler unterscheidet: Es liegt Licht an, aber keine Verbindung.

Ob ein Betreiber das Passwort herausgibt oder ein fremdes Gerät einträgt, ist seine Entscheidung und wird unterschiedlich gehandhabt. Geklärt wird das deshalb vor dem Kauf, nicht danach.

LOID ist dabei kein Begriff der ITU-T-Normen, sondern die herstellerseitige Bezeichnung für dasselbe Prinzip: eine Anschlusskennung mit zugehörigem Passwort. In Angeboten und Konfigurationsmasken stehen die Begriffe nebeneinander und meinen in der Sache die Anmeldung über eine hinterlegte Kennung.

Die Aktivierungszustände

Ein ONT durchläuft bei der Anmeldung eine feste Folge von Zuständen, die der Standard mit O1 bis O7 bezeichnet. Diese Namen tauchen in Diagnoseausgaben von OLT und ONT auf und sagen, wie weit die Anmeldung gekommen ist:

ZustandBedeutung
O1Initial — kein Signal vom OLT
O2Standby — Rahmen werden empfangen, Parameter stehen noch aus
O3Serial Number — das ONT sendet seine Kennung
O4Ranging — die Laufzeit wird gemessen
O5Operation — der Anschluss arbeitet
O6Popup — kurzzeitiger Signalverlust, Wiederaufnahme läuft
O7Emergency Stop — vom OLT gesperrt

Für die Fehlersuche ist das die aussagekräftigste Einzelinformation: Hängt das Gerät in O3, stimmt die Kennung nicht. Hängt es in O1, kommt kein Licht an. Steht es in O7, hat der Betreiber es gesperrt.

Abgrenzung

OMCI (ONU Management and Control Interface, ITU-T G.988) ist der zweite Verwaltungskanal. Er setzt auf die bestehende Verbindung auf und richtet die Dienste ein: Ethernet-Ports, VLANs, Sprachkanäle. PLOAM bringt die Verbindung zustande, OMCI füllt sie mit Konfiguration — wer in O5 steht und trotzdem keinen Dienst hat, sucht bei OMCI weiter.

ONU und ONT sind die Geräte auf Teilnehmerseite, die sich über PLOAM anmelden.

MPCP ist das Gegenstück in EPON nach IEEE 802.3ah. Es übernimmt dort Anmeldung und Zeitschlitzverwaltung, arbeitet aber mit einer Logical Link ID und kennt kein Passwort dieser Art.

OAM im Sinne von IEEE 802.3 Clause 57 ist Ethernet-Verwaltung auf der Leitungsebene und mit PLOAM nur namensverwandt.

Quellen

  • ITU-T G.984.3: GPON Transmission Convergence Layer Specification
  • ITU-T G.9807.1: 10-Gigabit-capable symmetric Passive Optical Network (XGS-PON)
  • ITU-T G.989.3: NG-PON2 Transmission Convergence Layer Specification
  • ITU-T G.988: ONU Management and Control Interface

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