DCIM – Data Center Infrastructure Management
Abkürzung: DCIM
Data Center Infrastructure Management (DCIM) schließt die Lücke zwischen zwei Welten, die im Rechenzentrum lange getrennt waren: der Gebäudeleittechnik, die Klima und Stromversorgung überwacht, und dem IT-Management, das Server, Speicher und Netze kennt. DCIM weiß, welches Gerät wo steht, woher es seinen Strom bezieht und wie viel Platz, Leistung und Kühlung noch frei sind.
Funktionen
| Funktion | Inhalt |
|---|---|
| Asset-Management | welches Gerät in welchem Rack auf welcher Höheneinheit steht, mit Seriennummer, Eigentümer und Wartungsvertrag |
| Kapazitätsplanung | freie Höheneinheiten, Strom, Kühlung und Gewicht je Rack; Prüfung, ob ein neues Gerät noch passt |
| Energie-Monitoring | Messwerte aus Stromverteilungen, PDUs und USV, daraus PUE und andere Kennzahlen |
| Umgebung | Temperatur, Feuchte, Leckage und Türkontakte über Sensoren |
| Verbindungen | Patchungen und Stromwege bis zum einzelnen Port |
| Änderungen | Arbeitsaufträge für Einbau, Umzug und Abbau, damit die Dokumentation mit dem Saal übereinstimmt |
Datenquellen
DCIM liest seine Werte aus den Geräten selbst: Netzwerk- und IT-Geräte meist über SNMP, Server auch über ihre Management-Schnittstellen, Gebäudetechnik wie USV, Klimageräte und Stromzähler über Modbus oder BACnet. Was sich nicht messen lässt — etwa die Belegung eines Racks —, wird manuell gepflegt. Hier liegt die häufigste Schwäche: Eine DCIM-Datenbank ist nur so gut wie die Disziplin, mit der Änderungen eingetragen werden.
Pflicht zur Messung
Seit dem Energieeffizienzgesetz hat DCIM in Deutschland auch eine rechtliche Seite. Rechenzentren müssen seit dem 1. Juli 2025 ein Energie- oder Umweltmanagementsystem betreiben, das kontinuierliche Messungen der elektrischen Leistung und des Energiebedarfs der wesentlichen Komponenten umfasst. Ab 300 kW nicht redundanter Nennanschlussleistung kommen jährliche Meldungen an das Rechenzentrumsregister hinzu, mit Gesamtverbrauch, PUE, Kühleffizienz und Abwärme.
Wer diese Werte erheben muss, braucht Messpunkte an den richtigen Stellen: am Netzanschluss, hinter der USV für den IT-Verbrauch und an der Kühlung. DCIM ist das übliche Werkzeug, sie zusammenzuführen.
Abgrenzung
Gebäudeleittechnik. Steuert und überwacht Heizung, Lüftung, Klima und Stromversorgung eines Gebäudes, kennt aber keine Server und keine Racks.
IT-Monitoring. Überwacht Verfügbarkeit und Auslastung von Servern, Diensten und Netzen, weiß aber nicht, an welcher Stromschiene ein Server hängt.
DCIM verbindet beide Sichten. Viele Produkte bringen eigenes Monitoring mit, andere übernehmen die Werte aus bestehenden Systemen.