Vereinzelungsanlage

Eine Vereinzelungsanlage lässt Personen nur einzeln passieren. Sie schließt die größte Lücke jeder Zutrittskontrolle: Eine Tür prüft den Ausweis, aber nicht, wie viele Menschen nach dem Öffnen hindurchgehen. Das Mitgehen hinter einer berechtigten Person heißt englisch Tailgating, mit deren Einverständnis Piggybacking.

Bauformen

BauformSicherheitDurchsatzTypischer Ort
Drehsperre (Drehkreuz)gering, übersteigbarhochStadion, Kantine, Werkseingang
Sensorschleuse (Speed Gate)mittel, Glasflügel und SensorenhochBürofoyer
Hohes Drehkreuzmittel, raumhochmittelWerksgelände, Außenzaun
Sicherheitsdrehtürhoch, mit SensorikmittelRechenzentrum, Verwaltung
Personenschleusesehr hochgeringRechenzentrum, Bank, Labor

Je sicherer die Anlage, desto langsamer der Durchgang. Am Haupteingang eines großen Rechenzentrums steht deshalb oft eine schnelle Sensorschleuse für Mitarbeiter und für Besucher und Lieferanten eine Personenschleuse.

Wie die Anlage Personen zählt

Ein Drehkreuz vereinzelt mechanisch: Pro Freigabe dreht es sich einmal. Alle anderen Bauformen brauchen Sensoren, die prüfen, ob wirklich nur eine Person im Durchgang steht:

  • Lichtschranken und Lichtgitter erkennen, wie viele Körper den Durchgang kreuzen.
  • Bodenwaagen vergleichen das Gewicht mit einem plausiblen Bereich für eine Person.
  • 3D-Kameras messen Volumen und Umriss im Raum und unterscheiden eine Person mit Koffer von zwei Personen.

Erkennt die Anlage zwei Personen, verweigert sie den Durchgang und meldet den Vorfall an die Leitstelle.

Im Rechenzentrum

Ein Rechenzentrum ist in Sicherheitszonen aufgebaut: Gelände, Gebäude, Data Hall, Cage oder Rack. An mindestens einem Übergang, meist am Gebäudeeingang, sitzt eine Vereinzelungsanlage, oft kombiniert mit Ausweis und PIN oder Biometrie. Jede Freigabe wird protokolliert, sodass feststeht, wer wann welche Zone betreten hat.

Fluchtweg

Eine Vereinzelungsanlage hält Menschen auf, ein Fluchtweg muss sie durchlassen. Drehsperren und Schleusen zählen deshalb in der Regel nicht als Notausgang. Für den Notfall braucht es eine eigene Fluchttür daneben oder eine Anlage, die bei Alarm öffnet und den Weg freigibt. Wie das gelöst wird, legt das Brandschutzkonzept des Gebäudes fest.

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