Data Hall

Eine Data Hall — im Deutschen auch Datensaal oder Server-Zelle — ist der Raum, in dem in einem Rechenzentrum die Racks stehen. Der Begriff ist erst mit den großen Anlagen entstanden: Ein Rechenzentrum der Hyperscaler und Colocation-Anbieter besteht aus mehreren solcher Säle, die nebeneinander oder übereinander liegen und jeweils für sich betrieben werden.

In Datenblättern ist die Halle die Zähleinheit: „vier Hallen zu je 2 MW“ sagt mehr über eine Anlage als die Gesamtfläche.

Die Halle als Planungseinheit

Große Rechenzentren werden oft nicht auf einmal gebaut, sondern Halle für Halle. Das Gebäude steht als Hülle mit Stromeinspeisung und Kälteverteilung, die Säle werden ausgebaut, wenn sie vermietet sind. Deshalb sind Angaben wie „Ausbaustufe 1 von 3“ oder „powered shell“ zu lesen als: Die Hülle ist da, die Hallen nicht.

Drei Dinge werden je Halle dimensioniert:

Die IT-Last. Eine Halle hat eine feste Nennleistung, üblich sind ein bis fünf Megawatt. Daraus folgt mit der Fläche die Leistungsdichte — und daraus die Kühlung.

Die Kühlung. Die Halle ist ein Luftvolumen mit eigener Zuluft und Abluft, meist mit Kaltgang- oder Warmgang-Einhausung. Die Präzisionsklimageräte sind der Halle zugeordnet, nicht dem Gebäude.

Die Stromversorgung. Jede Halle hängt an einem oder zwei Versorgungsblöcken aus USV und Verteilung. Die Redundanz — N+1, 2N — wird je Halle gezählt, nicht je Gebäude.

Warum die Hallengrenze zählt

Für den Kunden ist die Halle die Grenze, innerhalb derer seine Redundanz tatsächlich gilt. Zwei Racks in derselben Halle teilen Kühlung, Brandabschnitt und in der Regel die Versorgungsblöcke. Wer zwei getrennte Fehlerdomänen will, braucht zwei Hallen — oder zwei Gebäude, was dann eine Verfügbarkeitszone ist.

Umgekehrt heißt das für die Beschaffung: Die Frage „welche Halle?“ ist keine Formalie. Sie entscheidet darüber, an welchem Versorgungsblock man hängt, welche Ausbaustufe erreicht ist und ob die Dichte, die der Vertrag zusagt, in dieser Halle überhaupt gekühlt werden kann.

White Space und Grey Space

In der Flächensprache der Betreiber ist die Halle der White Space — die Fläche, auf der IT steht und die vermietet wird. Alles, was sie versorgt, ist Grey Space: USV-Räume, Batterieräume, Kälteerzeugung, Verteilungen, Flure.

Das Verhältnis liegt je nach Anlage und Dichte zwischen etwa 1:1 und 1:2. Das ist der Grund, warum Flächenangaben so schlecht vergleichbar sind: 260.000 Quadratfuß können das Gebäude meinen oder die Hallen darin, und eine Leistungsdichte, die auf die eine Fläche gerechnet ist, liegt um den Faktor zwei über derselben Dichte auf die andere.

Innerhalb der Halle

Die Halle ist die größte Einheit, in der die Technik gemeinsam ist; darunter wird nach Kunden getrennt:

  • Reihen aus Racks, in Kaltgang- oder Warmgang-Anordnung.
  • Cage: ein eingezäunter Bereich für einen Kunden, teilt Luft und Strom mit dem Rest der Halle.
  • Suite: ein eigener Raum innerhalb der Halle oder neben ihr, mit eigener Tür und manchmal eigener Klimatisierung — im Übergang zur kleinen Halle.

Von der Grenze der Halle nach außen laufen die Verbindungen zum Meet-Me-Room, in dem die Carrier ankommen.

Abgrenzung

Serverraum. Ein Raum, der das ganze Rechenzentrum einer Organisation ist. Die Halle ist ein Raum unter mehreren und trägt den Begriff gerade deshalb, weil es die anderen gibt.

Cage. Trennt Kunden voneinander, nicht Technik. Ein Cage hat keinen eigenen Brandabschnitt und keine eigene Kühlung.

Brandabschnitt. Baurechtlicher Begriff. Eine Halle ist in der Regel ein eigener Brandabschnitt, aber ein Brandabschnitt kann auch mehrere kleine Räume umfassen.

Verfügbarkeitszone. Die nächstgrößere Einheit: ein oder mehrere Rechenzentren mit getrennter Versorgung. Eine Halle ist nie eine Verfügbarkeitszone, auch wenn sie manchmal so verkauft wird.

Edge-Rechenzentrum. Besteht oft aus einer einzigen kleinen Halle oder einem Container; der Begriff Data Hall wird dort selten gebraucht.

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