Grabenfräse

Die Grabenfräse löst Erdreich mit einem umlaufenden Werkzeug und fördert es zugleich aus dem Graben. Dabei entsteht ein schmaler, steilwandiger Graben in einem Arbeitsgang — Ausheben, Fördern und Ablegen des Aushubs geschehen gleichzeitig.

Für den Glasfaserausbau ist sie das Arbeitstier auf Strecken, die weder gepflügt noch geschlitzt werden können.

Bauarten

Kettenfräse. Eine umlaufende Kette mit Schneidwerkzeugen, vergleichbar einer überdimensionierten Sägekette, trägt das Material ab. Sie erzeugt schmale Gräben, arbeitet auch in härterem Boden und ist die verbreitetste Bauart.

Radfräse. Ein Schneidrad mit Zähnen fräst den Graben. Es verträgt steinigeren Untergrund und erzeugt breitere Gräben, braucht aber mehr Leistung.

Nach der Trägermaschine unterscheidet man weiter: Anbaugeräte für Bagger, Traktoren mit Zapfwellenantrieb und im Dreipunkt geführter Fräse, sowie selbstfahrende Maschinen mit eigenem Fahrwerk. Für kleine Arbeiten im Garten- und Landschaftsbau gibt es handgeführte Geräte.

Typische Arbeitsbereiche liegen bei Grabenbreiten von etwa 10 bis 40 Zentimetern und Tiefen bis rund anderthalb Meter. Die Hersteller geben Breite und Tiefe über die Länge des Fräsaggregats an — daher die Bezeichnungen nach Zentimetern, die man in Mietkatalogen findet.

Was die Grabenfräse leistet

Tempo. Auf geeignetem Boden legt eine Fräse am Tag mehrere hundert Meter, ein Bagger einen Bruchteil davon.

Schmaler Graben. Weniger Aushub bedeutet weniger Entsorgung, weniger Verfüllmaterial und eine kleinere wiederherzustellende Fläche.

Verwertbares Fräsgut. Das Material fällt feinkörnig an und eignet sich häufig unmittelbar zum Verfüllen — das spart Abtransport und Lieferung von Sand.

Steile Wände. Der Graben steht von selbst, solange der Boden bindig genug ist.

Wo sie an Grenzen stößt

Fels und Findlinge. Ein einzelner großer Stein stoppt die Fräse oder beschädigt die Werkzeuge. Vor dem Einsatz gehört deshalb eine Erkundung des Untergrunds dazu, nicht nur eine Sichtprüfung der Oberfläche.

Fremdleitungen. Eine Fräse sieht nicht, was vor ihr liegt. In Bereichen mit Gas-, Strom- oder Wasserleitungen ist sie das falsche Gerät — dort wird gesucht und von Hand freigelegt.

Bindige, nasse Böden. Lehm und Ton verkleben die Werkzeuge, die Leistung bricht ein, und der Graben steht nicht mehr.

Befestigte Oberflächen. Asphalt und Pflaster müssen vorher aufgetrennt werden; für reine Deckschichtarbeiten ist Trenching das passende Verfahren.

Platzbedarf. Trägermaschine, Fräsaggregat und abgelegter Aushub brauchen Raum. In engen Ortslagen fehlt der.

Geräte und Hersteller

Im deutschsprachigen Raum begegnen einem vor allem Maschinen von Ditch Witch, Vermeer, Laski, Jansen, Lumag, Feco, Stehr, Toro und Husqvarna — vom handgeführten Gerät bis zur selbstfahrenden Großfräse. Die Mietketten führen überwiegend kleine bis mittlere Maschinen; große Fräsen sind Sache der Fachunternehmen.

Welche Maschine passt, ergibt sich aus drei Angaben: benötigte Grabentiefe, Grabenbreite und Bodenklasse. Die ersten beiden stehen in der Planung, die dritte kommt aus der Baugrunderkundung — und wer sie überspringt, mietet oft die falsche Maschine.

Abgrenzung

Trenching schneidet einen Schlitz in die befestigte Decke und bleibt deutlich flacher. Die Begriffe werden im Sprachgebrauch vermischt; technisch sind es verschiedene Verfahren mit verschiedenen Maschinen.

Kabelpflug verdrängt den Boden und erzeugt keinen Aushub. Er ist schneller, braucht aber freie Trassen.

Erdrakete und Spülbohrung unterqueren Hindernisse, statt einen durchgehenden Graben zu ziehen.

Verlegeverfahren stellt die Methoden gegenüber.

Bodenfräse und Bodenkultivator im Garten lockern die Oberfläche flächig — eine andere Maschine mit ähnlichem Namen.

Quellen

  • DIN 4124: Baugruben und Gräben — Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten
  • DIN 18300: VOB Teil C, Erdarbeiten
  • DIN 18220: Trenching im Verkehrswegebau, zur Abgrenzung

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