Keystone-Modul
Die Bauform hat eine einheitliche Außenkontur und einen Rastmechanismus, der in jeden passenden Rahmen greift. Damit lässt sich eine Anschlussdose beliebig bestücken: zweimal RJ45, einmal RJ45 und einmal Lichtwellenleiter, oder was sonst gebraucht wird. Der Rahmen bleibt, der Einsatz wird getauscht.
In der strukturierten Verkabelung ist das Modul der Punkt, an dem das Verlegekabel endet. Dahinter wird nicht mehr gesteckt, sondern aufgelegt.
Auflegen statt crimpen
Ein Verlegekabel wird nicht in einen Stecker gecrimpt, sondern im Modul auf Schneidklemmen aufgelegt. Die Klemme durchtrennt die Isolierung und stellt eine gasdichte Verbindung zur Ader her — siehe LSA-Technik.
Zwei Bauarten sind verbreitet:
Mit Werkzeug. Die Adern werden mit einem Anlegewerkzeug einzeln eingeschlagen, das überstehende Ende wird dabei abgeschnitten. Zuverlässig und für jede Kategorie verfügbar.
Werkzeuglos. Die Adern werden eingelegt und durch Schließen einer Klappe gemeinsam kontaktiert. Schneller, aber empfindlicher gegenüber ungenauem Einlegen.
Entscheidend ist in beiden Fällen dasselbe: Die Verdrillung muss so nah wie möglich an die Klemmstelle heranreichen. Jeder entdrillte Zentimeter verschlechtert die Übertragungseigenschaften, und das Modul ist die Stelle, an der am meisten entdrillt wird. Siehe Aderpaar.
A oder B — die Frage auf dem Modul
Jedes Datenmodul trägt einen Farbaufdruck mit beiden Belegungsschemata nebeneinander, meist als zwei Reihen gekennzeichnet mit A und B. Daraus entsteht die häufigste Frage beim Dosenanschluss.
Die Antwort ist einfach und wird selten klar gesagt: Beide sind gleichwertig. Elektrisch gibt es keinen Unterschied, keines ist dem anderen überlegen. Maßgeblich ist allein, dass innerhalb einer Installation durchgehend dasselbe verwendet wird — an jeder Dose und an jedem Patchfeld.
Wird Bestand erweitert, richtet sich die Wahl nach dem, was bereits verbaut ist. Lässt sich das nicht feststellen, hilft ein Blick in eine vorhandene Dose, bevor die erste neue aufgelegt wird. Hintergrund und Farbtabelle stehen unter T568A und T568B.
Werden beide Schemata in einer Installation gemischt, entsteht an jeder betroffenen Strecke ein Kreuzkabel. Moderne Geräte gleichen das über Auto MDI-X aus, ältere nicht — und die Fehlersuche ist unangenehm, weil die Verkabelung physisch in Ordnung ist.
Die Kategorie des Moduls zählt mit
Ein verbreiteter Irrtum bei der Planung: Das Modul ist ein Bauteil der Strecke wie jedes andere. Ein Cat-6-Modul in einer sonst durchgängigen Cat-6A-Installation zieht die betroffene Strecke auf Klasse E herunter, unabhängig davon, welches Kabel verlegt wurde.
Module gibt es bis Cat 6A mit RJ45 und für Cat 8.1 ebenfalls. Für die Klassen F und FA wären andere Steckgesichter nötig, die sich nicht durchgesetzt haben — siehe Kabelkategorien.
Geschirmte Module brauchen zusätzlich eine durchgängige Schirmauflage: Der Kabelschirm muss im Modul kontaktiert werden und über den Rahmen oder das Patchfeld einen definierten Weg zur Erdung finden. Ein geschirmtes Modul ohne aufgelegten Schirm bringt nichts.
Einbau und Praxis
Einbaurichtung. Module lassen sich in den meisten Rahmen gedreht einsetzen. Für die Funktion ist das gleichgültig, für die spätere Lesbarkeit nicht — innerhalb eines Gebäudes sollte die Richtung einheitlich sein.
Blindmodule. Nicht belegte Plätze werden mit Blindeinsätzen geschlossen, damit kein Staub in den Rahmen gelangt.
Beschriftung. Jedes Modul gehört beschriftet, und zwar mit derselben Kennung wie der zugehörige Port am Patchfeld. Eine Verkabelung ohne durchgängige Beschriftung ist bei der ersten Störung wertlos.
Zugentlastung. Das Verlegekabel wird am Modul oder am Rahmen fixiert, damit kein Zug auf den Schneidklemmen lastet.