Rufnummern für Mobile Dienste
Rufnummern für Mobile Dienste liegen in den Bereichen 015, 016 und 017. Sie sind keinem Ort zugeordnet und unterschiedlich lang.
„Rufnummern für Mobile Dienste" ist die amtliche Bezeichnung für das, was umgangssprachlich Handynummer heißt. Mobile Dienste sind dabei Dienste, die Teilnehmern über ein öffentliches zellulares Mobilfunknetz Verbindungen zum Telefonnetz ermöglichen.
Anders als Ortsnetzrufnummern tragen sie keine geografische Bedeutung. Die führenden Ziffern bezeichnen keinen Ort, sondern nur die Zugehörigkeit zum Mobilfunk.
Block statt Vorwahl
Was als „Mobilfunkvorwahl" bezeichnet wird, ist keine Vorwahl im Sinne einer Ortsnetzkennzahl, sondern der Anfang eines Rufnummernblocks. Zugeteilt wird nicht eine Ziffernfolge an ein Netz, sondern ein zusammenhängender Bereich von Rufnummern an ein Unternehmen.
Die Blockstruktur ist dabei nicht einheitlich. Im Bereich 017 entspricht ein Block weitgehend dem, was man als Vorwahl kennt — 0171, 0172 und so fort. Im Bereich 015 sind die Blöcke feiner geschnitten, sodass eine Angabe wie „0151" mehrere getrennt zugeteilte Blöcke umfassen kann.
Für die Auswertung einer Rufnummer bedeutet das: Maßgeblich ist der Block, nicht die ersten vier Ziffern.
Unterschiedliche Rufnummernlängen
Die Annahme, deutsche Mobilfunknummern seien immer gleich lang, trifft nicht zu. Die Rufnummernlänge ist je Bereich festgelegt und unterscheidet sich.
Ein Anschluss im Bereich 0171 hat national zehn Ziffern, einer im Bereich 0176 elf. Auch innerhalb von 015 bestehen Unterschiede.
Das ist eine praktische Fehlerquelle: Eingabemasken und Prüfroutinen, die eine feste Länge erwarten, weisen gültige Rufnummern zurück. Verlässlich sind allein die Angaben der Bundesnetzagentur zum jeweiligen Block.
Funkruf im Bereich 016
Der Bereich 016 ist nicht durchgehend Mobilfunk. Die Teilbereiche 0164, 0168 und 0169 sind für Funkrufdienste vorgesehen — eine einseitige Übertragung an Empfänger ohne Rückkanal, wie sie bis heute zur Alarmierung von Bereitschafts- und Rettungsdiensten eingesetzt wird.
Eine Rufnummer, die mit 016 beginnt, ist also nicht zwangsläufig ein Mobilfunkanschluss. Die Bundesnetzagentur führt Funkruf entsprechend als eigene Rufnummernart.
Maschinenkommunikation
Rufnummern aus den Mobilfunkbereichen werden nicht nur von Personen genutzt. In der Maschinenkommunikation adressieren sie SIM-basierte Verbindungen in Fahrzeugen, Zählern, Alarmanlagen und Industriegeräten. Die Bundesnetzagentur führt Nummern für diesen Zweck als eigene Kategorie.
Eine Rufnummer aus diesen Bereichen lässt daher nicht auf ein Telefon schließen.
Was sich nicht ableiten lässt
Die Blockzuteilung nennt das Unternehmen, dem der Bereich ursprünglich zugewiesen wurde. Sie sagt nichts darüber, welches Netz eine konkrete Rufnummer heute nutzt: Bei einem Anbieterwechsel behält der Teilnehmer seine Rufnummer, während sich das Netz dahinter ändert.
Wer aus den ersten Ziffern auf den Anbieter schließt, erhält daher systematisch falsche Ergebnisse — ausführlich beschrieben im Artikel zur Rufnummernportierung.
Hinzu kommt, dass ein Zuteilungsnehmer nicht zwingend ein Netzbetreiber ist. Zahlreiche Anbieter erbringen Mobilfunkdienste auf fremder Netzinfrastruktur und verfügen dennoch über eigene Rufnummernblöcke.