Sektorantenne
Eine Sektorantenne strahlt nicht rundum, sondern in einen begrenzten Winkelbereich, den Sektor. An Mobilfunkstandorten hängen meist drei davon im Abstand von 120 Grad. Zusammen decken sie den ganzen Umkreis ab, und jede bildet eine eigene Funkzelle mit eigener Kapazität.
Die typische Bauform ist ein flaches, senkrecht montiertes Gehäuse von etwa einem bis zwei Metern Höhe. Im Inneren sitzen übereinander mehrere Strahlerelemente vor einer Reflektorwand.
Warum drei Sektoren
Eine Rundstrahlantenne verteilt Leistung und Kapazität gleichmäßig über 360 Grad. Teilt man den Umkreis in drei Sektoren, hat jeder seine eigenen Funkkanäle. Der Standort bedient damit etwa dreimal so viele Nutzer. Gleichzeitig bündelt jede Antenne ihre Leistung, was die Reichweite erhöht. An stark genutzten Standorten gibt es auch sechs Sektoren.
Abstrahlung
| Merkmal | typischer Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| horizontale Halbwertsbreite | etwa 65 Grad | Breite der Keule, in der die Leistung höchstens 3 dB unter dem Maximum liegt |
| vertikale Halbwertsbreite | wenige Grad | sehr flache Keule, die ins Umland zielt statt nach unten |
| Antennengewinn | etwa 15 bis 18 dBi | Bündelung gegenüber einem Kugelstrahler |
| Neigung (Downtilt) | wenige Grad nach unten | legt fest, wo die Hauptkeule den Boden erreicht |
| Polarisation | ±45 Grad, kreuzpolarisiert | zwei Signalwege in einem Gehäuse, Grundlage für MIMO |
Die Halbwertsbreite von 65 Grad ist schmaler als der Sektor von 120 Grad. Die Sektoren überlappen sich nur am Rand, und die Übergabe zwischen ihnen bleibt sauber.
Die Neigung kann mechanisch durch Schräghängen oder elektrisch über die Phasenlage der Elemente eingestellt werden, bei vielen Antennen ferngesteuert vom Netzbetreiber. Damit lässt sich die Größe der Zelle nachträglich ändern, ohne jemanden auf den Mast zu schicken.
Was das für den Sicherheitsabstand heißt
Die starke Bündelung erklärt, warum der Sicherheitsabstand in der Standortbescheinigung zweimal steht: in Hauptstrahlrichtung groß, vertikal klein. Direkt unter einer Sektorantenne kommt nur ein Bruchteil der Leistung an. Am Boden ist das Feld meist dort am stärksten, wo die geneigte Hauptkeule auftrifft, oft in einigen Dutzend bis Hundert Metern Entfernung, nicht am Fuß des Masts.
In der EMF-Karte steht jede Sektorantenne mit Montagehöhe und Hauptstrahlrichtung in Grad. Drei Richtungen im Abstand von 120 Grad, etwa 0, 120 und 240 Grad, zeigen eine klassische Dreisektor-Anlage. Ein Beispiel durchgerechnet zeigt der Guide Standortbescheinigung für Mobilfunkantennen in der EMF-Karte.
Mehrband- und aktive Antennen
Heute deckt meist ein Gehäuse mehrere Frequenzbänder ab, etwa 700 bis 900 MHz und 1800 bis 2600 MHz, mit getrennten Strahlerreihen. Für 5G bei 3,6 GHz kommen aktive Antennen mit vielen Elementen und eingebauter Funktechnik dazu. Sie formen die Keule je Nutzer, siehe Beamforming, statt einen festen Sektor auszuleuchten.
Abgrenzung
Rundstrahlantenne. Strahlt horizontal gleichmäßig in alle Richtungen, etwa bei Rundfunk und WLAN-Routern.
Richtfunkantenne. Die Parabolantennen am selben Mast verbinden den Standort mit dem Netz. Sie bündeln auf wenige Grad und zielen auf einen anderen Mast, nicht auf Nutzer.
Small Cell. Kleinzellen nutzen meist kleine Antennen mit geringer Leistung, oft rundstrahlend oder nur grob gerichtet, siehe Small Cell.