Serverraum planen: Anforderungen, Klimatisierung und Checkliste
Ein Serverraum entsteht selten am Reißbrett. Meist wird eine Abstellkammer oder ein Lagerraum umgebaut. Klimagerät aus dem Baumarkt geholt und eine USV neben das Rack gestellt. Das funktioniert, bis der erste heiße Sommer kommt oder der erste Stromausfall am Wochenende.
Dieser Guide geht die Planung in der Reihenfolge durch, in der die Entscheidungen fallen sollten. Zuerst abklären ob ein eigener Serverraum sinnvoll ist, dann wie groß er sein sollte, danach Strom, Kühlung, Schutz und Betrieb.
Zu jedem Punkt steht die Frage, warum sie zählt und woran Sie eine gute Lösung erkennen. Die Technik selbst erklären die verlinkten Lexikonartikel.
Brauchen Sie einen Serverraum?
Ein eigener Serverraum ist eine Daueraufgabe: Kühlung, Strom, Wartung und jemand, der nachts und am Wochenende reagiert. Vor der Planung steht deshalb der Vergleich mit den Alternativen.
| Lösung | Passt, wenn | Grenzen |
|---|---|---|
| Netzwerkschrank im Büro | Router, Switch, NAS, ein kleiner Server; wenige hundert Watt | Lärm, Wärme im Büro, kaum Schutz |
| Eigener Serverraum | Daten oder Anwendungen müssen vor Ort bleiben, mehrere Server, kurze Wege zu Maschinen oder Geräten | Kühlung, USV, Brandschutz, Zutritt und Bereitschaft liegen bei Ihnen |
| Colocation | eigene Hardware, aber kein eigener Raum; hohe Verfügbarkeit gewünscht | Anbindung, Anfahrt, Abhängigkeit vom Anbieter |
| Cloud | Standardanwendungen, schwankende Last, kein eigenes Personal für Hardware | laufende Kosten, Datenschutzfragen, Abhängigkeit vom Internetanschluss |
Viele Unternehmen landen bei einer Mischform: Netzwerk und Telefonie vor Ort, Server in Colocation oder Cloud, Backup (hoffentlich) an einem zweiten Ort.
| Frage | Warum sie zählt | Antwort |
|---|---|---|
| Wer reagiert nachts und am Wochenende? | Ein Alarm ohne Empfänger bringt nichts | Name und Vertretung stehen fest, notfalls ein Dienstleister mit Bereitschaft. Warnsignal: „Der Admin schaut montags“ |
| Muss die Hardware wirklich im Haus stehen? | Jeder Server im Haus bringt die ganze Infrastruktur mit | Es gibt einen Grund: Datenhoheit, Latenz zu Maschinen, Bandbreite, Vorgabe eines Auftraggebers |
| Reicht der Internetanschluss für die Alternative? | Colocation und Cloud stehen und fallen mit der Anbindung | Bandbreite und Ausfallsicherheit des Anschlusses sind bekannt, ein zweiter Zugang ist möglich |
Wer sich für Colocation entscheidet, findet die passenden Fragen an Anbieter in der Colocation-Checkliste.
Bedarf klären
| Frage | Warum sie zählt | Antwort |
|---|---|---|
| Wie viel Leistung ziehen die Geräte? | Daraus folgen USV, Kühlung und Stromkreis | gemessen über ein bis zwei Wochen mit Messsteckdose oder einer Steckdosenleiste mit Messung, Spitzenwert notiert. Die Summe der Netzteil-Typenschilder hilft nicht; ein Server mit 750-W-Netzteil zieht oft nur einen Bruchteil davon |
| Wie wächst die IT in den nächsten drei bis fünf Jahren? | Ein Klimagerät oder eine USV ist auf Jahre ausgelegt | Reserve von 20 bis 30 % auf Leistung und Höheneinheiten |
| Wie lange darf welche Anwendung ausfallen? | Davon hängen USV, Redundanz und Notfallplan ab | je Anwendung festgelegt, nicht je Server: etwa Warenwirtschaft vier Stunden, Dateiserver ein Tag. Dazu, wie viele Daten verloren gehen dürfen (RTO und RPO) |
| Welcher Schutzbedarf besteht? | Personenbezogene Daten, Berufsgeheimnisse und Vorgaben von Kunden verlangen mehr | Schutzbedarf ist dokumentiert, etwa nach IT-Grundschutz |
Für den IT-Grundschutz des BSI gilt: Ein Raum mit Servern fällt unter den Baustein INF.2 „Rechenzentrum sowie Serverraum“. Der leichtere Baustein INF.5 „Raum sowie Schrank für technische Infrastruktur“ ist für Verteiler, Patchfelder und Haustechnik gedacht. Nur in begründeten Ausnahmen, etwa bei einem kleinen Unternehmen mit einem oder sehr wenigen Servern, reicht INF.5 auch für den Serverraum. Eine feste Zahl nennt das BSI nicht.
Raum auswählen
| Frage | Warum sie zählt | Antwort |
|---|---|---|
| Laufen Wasser- oder Heizungsleitungen durch oder über den Raum? | Ein Rohrbruch trifft die Server direkt | keine Leitungen außer denen für die IT. |
| Liegt der Raum im Keller oder unter dem Dach? | Keller: Hochwasser und Rückstau. Dach: Hitze im Sommer | Erdgeschoss oder Obergeschoss ohne Außenwand nach Süden |
| Hat der Raum Fenster? | Sonne heizt, Glas lässt Einbrecher und Blicke durch | keine Fenster oder gesichert und verschattet |
| Ist genug Platz um das Rack? | Server werden nach vorn herausgezogen, Kabel hinten gesteckt | vor und hinter dem Rack rund ein Meter frei, Tür nach außen aufschlagend |
| Trägt der Boden? | Ein volles Rack wiegt mehrere hundert Kilogramm bis über eine Tonne | Traglast vom Statiker oder aus den Bauunterlagen bestätigt |
| Kommt die Hardware hinein? | Racks und USV-Batterien sind schwer und sperrig | Türbreite, Aufzug und Weg ohne Treppe geprüft |
Ist kein geeigneter Raum vorhanden, sind ein IT-Sicherheitsraum (Raum-in-Raum-System mit geprüftem Brandschutz) oder ein Serverschrank mit eigenem Kühlgerät die Alternativen.
Strom
| Frage | Warum sie zählt | Antwort |
|---|---|---|
| Hat der Serverraum einen eigenen Stromkreis? | Ein Heizlüfter im Büro soll nicht die Server abschalten | eigener Stromkreis mit eigener Sicherung, Klimagerät getrennt abgesichert |
| Sind Rack und Geräte in den Potentialausgleich einbezogen? | Schutz vor Berührungsspannung und Störungen auf Datenleitungen | Rack geerdet, vom Elektriker dokumentiert |
| Wie groß muss die USV sein? | Zu klein schaltet sie unter Last ab, zu groß kostet sie Geld und Platz | nach dem Rechenweg unten, mit Reserve, als Online-USV für Server |
| Wer fährt die Server herunter? | Die USV überbrückt nur, bis die Batterie leer ist | Netzwerkkarte oder USB an der USV, Software auf den Servern fährt sie geordnet herunter, Speichersysteme zuletzt. Warnsignal: USV ohne Verbindung zu den Servern; bei leerer Batterie gehen sie hart aus |
| Hängt das Klimagerät an der USV? | Ohne Kühlung heizt sich der Raum auf, während die Server auf Batterie weiterlaufen | entweder Klimagerät auf der USV (größere USV) oder Herunterfahren auslösen, bevor der Raum zu warm wird |
| Braucht es eine Netzersatzanlage? | Lange Ausfälle überbrückt keine Batterie wirtschaftlich | nur bei Anwendungen, die Stunden durchlaufen müssen; sonst geordnet herunterfahren |
Rechenweg USV
Die Leistung einer USV steht in VA (Scheinleistung) und W (Wirkleistung) auf dem Typenschild. Beide Grenzen gelten.
- Gemessene Last der IT addieren, Beispiel: 2,4 kW
- Reserve für Wachstum, 25 %: 2,4 × 1,25 = 3,0 kW
- Scheinleistung bei einem Leistungsfaktor der USV von 0,9: 3,0 / 0,9 = 3,3 kVA
- Gewählt wird die nächste Gerätegröße darüber, die beide Werte erfüllt.
- Eingangsstrom prüfen: 3.300 VA / 230 V ≈ 14 A. Bis rund 3,5 kVA reicht ein Schukoanschluss mit 16 A, darüber braucht es CEE-Stecker oder Festanschluss.
Die Überbrückungszeit hängt von der Batterie ab und steht in den Laufzeittabellen des Herstellers. Sie muss mindestens für das geordnete Herunterfahren reichen; 10 bis 15 Minuten bei gemessener Last sind ein üblicher Ansatz.
Klimatisierung
Fast der gesamte Strom, den die IT aufnimmt, wird im Raum zu Wärme. Die Kühlung muss diese Wärme rund um die Uhr abführen, im Winter genauso wie im Sommer. Welche Temperatur und Feuchte gelten und wo gemessen wird, steht im Guide Temperatur im Serverraum. Kurz: 18 bis 27 °C an der Zuluft der Server, ein Sollwert von 22 bis 24 °C ist ein guter Kompromiss.
Wärmelast berechnen
| Quelle | Ansatz | Beispiel |
|---|---|---|
| IT | gemessene elektrische Leistung = Wärme | 2,4 kW |
| USV-Verluste | Last × (1 / Wirkungsgrad − 1), Online-USV etwa 0,93 | 2,4 × 0,075 ≈ 0,18 kW |
| Sonne und Wände | bei Außenwänden und Fenstern vom Fachplaner rechnen lassen | — |
| Summe | rund 2,6 kW | |
| plus Reserve 25 % | rund 3,3 kW |
Das Klimagerät braucht demnach eine Kälteleistung von mindestens 3,3 kW. In BTU/h, wie manche Datenblätter rechnen: 3,3 kW × 3.412 ≈ 11.260 BTU/h. Für Redundanz (N+1) kommt ein zweites Gerät gleicher Größe dazu, das beim Ausfall des ersten übernimmt.
Welches Klimagerät
| Gerät | Geeignet für | Zu beachten |
|---|---|---|
| Split-Klimagerät | kleine Räume, geringe Anforderungen | nur Modelle für Dauerbetrieb und mit Winterregelung; regelt die Feuchte nicht gezielt |
| Präzisionsklimagerät | Serverräume mit mehreren Racks, hohe Verfügbarkeit | für Dauerbetrieb gebaut, regelt Temperatur und Feuchte, teurer |
| Schrankkühlgerät | einzelnes Rack ohne eigenen Raum | Kühlleistung pro Schrank begrenzt, Kondensat abführen |
| Mobiles Klimagerät | Notfall bei Ausfall der Hauptkühlung | Abluftschlauch muss nach draußen; keine Dauerlösung |
| Frage | Warum sie zählt | Antwort |
|---|---|---|
| Läuft das Gerät im Winter? | Server erzeugen bei Frost genauso viel Wärme. Büro-Splitgeräte schalten je nach Modell schon ab etwa −5 °C ab | Winterregelung vorhanden, Einsatzgrenze im Datenblatt. Warnsignal: „Im Winter reicht das Fenster“ |
| Läuft es nach einem Stromausfall selbst wieder an? | Viele Geräte warten nach Stromausfall auf die Fernbedienung | automatischer Wiederanlauf aktiviert und getestet |
| Ist es für Dauerbetrieb ausgelegt? | Komfortgeräte sind für einige Stunden am Tag gebaut | Herstellerfreigabe für 24/7-Betrieb |
| Wohin geht das Kondensat? | Ein verstopfter Ablauf flutet den Raum | Ablauf mit Gefälle oder Pumpe, Leckagemelder darunter |
| Darf das Außengerät dort hängen? | Lärm, Fassade, Nachbarn | Vermieter, Eigentümer und bei Bedarf Bauamt haben zugestimmt, Schallwerte passen zum Standort |
Serverschrank klimatisieren
Steht nur ein einzelnes Rack in einem Raum ohne Klimaanlage, kann der Schrank selbst gekühlt werden: ein geschlossener Schrank mit Kühlgerät an Tür, Seite oder Dach. Die Wärme geht entweder an den Raum (der dann selbst warm wird) oder über ein Außengerät nach draußen. Wichtig sind dichte Türen und Blindplatten in freien Höheneinheiten, sonst kühlt das Gerät an den Servern vorbei. Mehr zu Bauformen im Artikel Netzwerkschrank.
Kühlen ohne Klimaanlage
Für kleine Lasten von einigen hundert Watt kann ein Lüfter reichen, der warme Luft nach draußen führt und gefilterte Außenluft nachströmen lässt. Die Grenzen: Im Sommer ist die Außenluft selbst zu warm, im Winter zu trocken, und ohne Filter verschmutzen die Geräte. Freie Kühlung über Wärmetauscher spart in Rechenzentren viel Strom, ist für einzelne Serverräume aber selten wirtschaftlich.
Brandschutz
| Frage | Warum sie zählt | Antwort |
|---|---|---|
| Wird ein Brand früh erkannt? | Kabel- und Geräteschwelbrände entwickeln lange Rauch, bevor sie brennen | Rauchmelder oder Brandmeldeanlage im Raum, bei Bedarf Rauchansaugsystem; Alarm geht an eine ständig besetzte Stelle |
| Womit wird gelöscht? | Wasser zerstört, was das Feuer übrig lässt | CO2-Feuerlöscher am Eingang; je nach Wert und Verfügbarkeit Gaslöschanlage für den Raum oder Löschsystem im Rack |
| Ist der Raum ein eigener Brandabschnitt? | Ein Brand im Lager soll nicht in den Serverraum und umgekehrt | Wände und Tür mit Feuerwiderstand, Kabeldurchführungen abgeschottet |
| Was verlangt der Versicherer? | Sachversicherer machen eigene Auflagen, oft nach VdS-Richtlinien | Auflagen vor der Planung erfragt |
Schutz vor Wasser
Die häufigste Wasserquelle im Serverraum ist die eigene Klimaanlage: Ein verstopfter Kondensatablauf läuft langsam über. Leckagemelder gehören deshalb unter das Innengerät, in den Doppelboden und an die tiefste Stelle des Raums, mit Alarm wie bei der Temperatur.
Zutritt und Sicherheit
| Frage | Warum sie zählt | Antwort |
|---|---|---|
| Wer kommt hinein? | Wer im Serverraum steht, kommt an alle Daten | Liste der Berechtigten, Zutritt nur für sie. Warnsignal: Der Generalschlüssel des Hauses schließt auch den Serverraum |
| Ist nachvollziehbar, wer wann drin war? | DSGVO und IT-Grundschutz verlangen Nachweise | Zutrittskontrolle mit Protokoll oder zumindest ein Schlüsselbuch mit Unterschrift |
| Was ist mit Reinigung, Hausmeister, Dienstleistern? | Ein Staubsauger an der falschen Steckdose reicht | nur in Begleitung, Steckdosen für die IT gekennzeichnet |
| Wird ein Einbruch bemerkt? | Hardware und Datenträger sind das Ziel | Türkontakt mit Alarm, je nach Schutzbedarf Einbruchmeldeanlage |
Netz und Verkabelung
| Frage | Warum sie zählt | Antwort |
|---|---|---|
| Ist die Verkabelung strukturiert? | Wilde Kabel behindern Luftstrom und Fehlersuche | Patchfelder, beschriftete Kabel, Dokumentation |
| Wie kommt das Internet ins Haus? | Ein Bagger trennt den einzigen Anschluss | Hausanschluss bekannt, für wichtige Dienste zweiter Anbieter auf anderem Weg |
| Erreichen Sie die Geräte, wenn das Netz hängt? | Ein Fehler in der Firewall sperrt auch den Admin aus | Zugang über ein getrenntes Managementnetz oder Mobilfunk, siehe Out-of-Band-Management |
Überwachung und Alarm
Gemessen werden Temperatur und Feuchte an der Zuluft der Server, Wasser am Boden, der Zustand der USV und die Tür. Entscheidend ist nicht der Sensor, sondern die Kette dahinter:
- Alarm über zwei Wege, etwa E-Mail und SMS oder Anruf
- erste und zweite Person festgelegt, mit Vertretung im Urlaub
- Alarm regelmäßig testen, nicht nur bei der Einrichtung
- zusätzlich ein Alarm bei schnellem Temperaturanstieg, der meldet einen Ausfall der Kühlung vor der festen Grenze
Oft bietet die USV eine Möglichkeit solche Sensoren anzuschließen und zu monitoren. Alternativ gibt es dedizierte Rack-Monitoringsysteme mit Sensoren für Temperatur, Luftfeuchte und Türkontakten.
Notfall und Wiederanlauf
Ein Serverraum fällt irgendwann aus: Strom, Kühlung, Hardware, Wasser. Entscheidend ist, ob danach jemand weiß, was zu tun ist.
| Frage | Warum sie zählt | Antwort |
|---|---|---|
| Gibt es einen Notfallplan? | Nachts um drei liest niemand Handbücher | eine Seite: wer wird angerufen, was wird abgeschaltet, wer entscheidet |
| In welcher Reihenfolge startet alles wieder? | Anwendungen brauchen Netz, Speicher und Datenbanken | Reihenfolge dokumentiert: Netz, Speicher, Datenbanken, Anwendungen |
| Funktioniert die Wiederherstellung aus dem Backup? | Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist wertlos | Wiederherstellung mindestens einmal im Jahr getestet, Backup an einem zweiten Ort, siehe Backup-Strategie |
| Wird der Notfall geübt? | Erst die Übung zeigt Lücken | jährliche Übung, etwa ein geplanter Stromausfall am Wochenende |
Als Grundlage für das Notfallmanagement dient der BSI-Standard 200-4.
Wartungsplan
| Intervall | Aufgabe |
|---|---|
| monatlich | Alarme und Protokolle durchsehen, Sichtprüfung des Raums |
| vierteljährlich | Filter des Klimageräts prüfen, USV-Selbsttest |
| halbjährlich | USV-Batterietest unter Last, Sichtprüfung auf aufgeblähte Batterien |
| jährlich | Wartung des Klimageräts mit Dichtheitsprüfung nach F-Gase-Verordnung (ab einer bestimmten Füllmenge Pflicht), Wartung von Brandmelde- und Löschanlage, Test der Alarmkette, Notfallübung |
| alle zwei Jahre | Prüfung der Feuerlöscher |
| nach Gefährdungsbeurteilung | Prüfung der elektrischen Anlage nach DGUV Vorschrift 3 |
| nach 3 bis 5 Jahren | USV-Batterien tauschen (Blei), bei Wärme früher |
Welche Vorschriften gelten?
Ein Gesetz nur für Serverräume gibt es nicht. Es gelten allgemeine Vorschriften, und daneben gibt es Empfehlungen, die erst durch Vertrag oder Versicherung verbindlich werden.
| Regel | Art | Was sie für den Serverraum bedeutet |
|---|---|---|
| DSGVO, Art. 32 | Gesetz | angemessene technische und organisatorische Maßnahmen für personenbezogene Daten, auch Zutritt und Verfügbarkeit |
| NIS2-Umsetzung im BSI-Gesetz | Gesetz, für betroffene Einrichtungen | Risikomanagement, auch physische Sicherheit |
| IT-Sicherheitsrichtlinie der KBV (§ 390 SGB V) | verbindlich für Arzt- und Psychotherapiepraxen | zentrale IT in abschließbaren Räumen, Zutritt nur für Befugte; ein abschließbarer Schrank kann in kleinen Praxen reichen |
| Arbeitsschutz (Arbeitsstättenverordnung, DGUV Vorschrift 3) | Gesetz und Unfallverhütungsvorschrift | Fluchtweg und Beleuchtung, wenn Beschäftigte den Raum betreten; Prüfung der elektrischen Anlage |
| F-Gase-Verordnung | EU-Verordnung | Dichtheitsprüfung und Fachbetrieb für Klimageräte mit Kältemittel |
| Bauordnung, Mietvertrag | Gesetz und Vertrag | Brandschutz, Außengerät, Durchbrüche |
| Energieeffizienzgesetz | Gesetz | gilt erst ab 300 kW nicht redundanter Anschlussleistung, für typische Serverräume nicht |
| BSI IT-Grundschutz, INF.2 und INF.5 | Empfehlung, Pflicht bei Zertifizierung oder Vorgabe | ausführliche Anforderungen an Raum, Strom, Klima, Brandschutz, Zutritt |
| VdS-Richtlinien | Empfehlung, oft Auflage des Versicherers | Brandschutz für IT-Räume |
| DIN EN 50600, ASHRAE | Normen und Richtwerte | Planung von Rechenzentren, Temperatur- und Feuchtebereiche |
Kosten
Preise hängen zu stark von Gebäude und Anforderungen ab, um sie seriös zu nennen. Für den Vergleich mit Colocation oder Cloud zählen alle Posten über fünf Jahre:
| Einmalig | Laufend |
|---|---|
| Umbau, Brandschutz, Tür | Strom für IT und Kühlung |
| Klimageräte, Außengerät, Kondensatleitung | Wartung von Klima, USV, Brandschutz |
| USV, Stromkreise, Potentialausgleich | Prüfungen nach DGUV V3, F-Gase, Feuerlöscher |
| Zutrittskontrolle, Überwachung, Sensoren | Batterietausch alle drei bis fünf Jahre |
| Rack, Verkabelung | Personal für Betrieb und Bereitschaft |
Dazu kommt das Risiko: Was kostet ein Tag Ausfall? Gerade kleine Unternehmen unterschätzen den Posten Personal; die Bereitschaft für nachts und am Wochenende ist oft der Punkt, an dem Colocation günstiger wird.
Die häufigsten Fehler
- Büroklimagerät ohne Winterbetrieb und ohne automatischen Wiederanlauf
- USV ohne Verbindung zu den Servern, die bei leerer Batterie hart abschalten
- Klimagerät nicht an der USV und Laufzeit länger, als der Raum kühl bleibt
- Temperatur am Klimagerät gemessen statt an den Servern
- Alarm per E-Mail an ein Postfach, das am Wochenende niemand liest
- Abstellkammer mit Wasserleitung oder Heizungsrohr
- Generalschlüssel und Reinigung ohne Begleitung
- Leistung nach Typenschild statt gemessen, USV und Klima zu groß oder zu klein