NTBBA – Netzabschluss Breitbandanschluss

Abkürzung: NTBBA

Der NTBBA war der Netzabschluss eines DSL-Anschlusses: das Gerät, an dem das Netz des Betreibers endete und die Verkabelung des Kunden begann. In der Sache handelte es sich um ein DSL-Modem, das vom Anbieter gestellt wurde.

Die Abkürzung steht für Netzabschluss Breitbandanschluss und stammt aus der Zeit, als DSL neben einem Telefonanschluss auf derselben Leitung lief.

Wo der NTBBA im Anschluss saß

Die Kette eines klassischen DSL-Anschlusses mit ISDN sah so aus:

APL im Keller
  └─ TAE-Dose in der Wohnung
       └─ Splitter
            ├─ NTBA  → ISDN-Telefonie
            └─ NTBBA → Router → Rechner

Der Splitter trennte die Frequenzbereiche: unten die Telefonie, oben die Daten. Der untere Zweig führte zum NTBA, der obere zum NTBBA. Letzterer setzte das DSL-Signal in Ethernet um und gab es an den Router weiter, der die PPPoE-Einwahl übernahm.

Verbunden wurden die Geräte mit einem Kabel, das wegen seiner Form Y-Kabel hieß — eine häufige Fehlerquelle, weil die beiden Enden nicht vertauscht werden durften und die Stecker ähnlich aussahen.

Hier liegt auch die häufigste Begriffsverwechslung, und sie ist beim Lesen alter Anleitungen wichtig: NTBA ist der Netzabschluss für ISDN, NTBBA der für den Breitbandanschluss. Die Bezeichnungen unterscheiden sich in einem Buchstaben und die Geräte in ihrer Aufgabe vollständig.

Warum der NTBBA verschwand

Drei Entwicklungen haben ihn überflüssig gemacht.

Die Zusammenlegung ins Endgerät. Router bekamen ein eingebautes DSL-Modem. Damit entfiel ein Gerät, ein Netzteil und eine Steckverbindung — und mit ihnen eine Reihe von Fehlerquellen.

Das Ende der getrennten Telefonie. Bei einem Anschluss, der vollständig über IP läuft, gibt es keine zwei Frequenzbereiche mehr zu trennen. Splitter und NTBA entfielen, und das Modem hängt direkt an der Leitung.

Die Routerfreiheit. Seit 2016 darf der Kunde sein Endgerät selbst wählen; der Anbieter kann kein bestimmtes Gerät vorschreiben. Damit wurde der vom Anbieter gestellte Netzabschluss zur Ausnahme. Der passive Netzabschlusspunkt — die TAE-Dose beim DSL-Anschluss, die Glasfaser-Abschlussdose beim FTTH-Anschluss — ist seither die Grenze zwischen Netz und Kundenanlage.

In Bestandsinstallationen und in Anleitungen aus dieser Zeit taucht der Begriff weiter auf. Wer heute einen alten Anschluss übernimmt und vor einem Stapel grauer Kästen steht, findet darunter oft noch Splitter, NTBA und NTBBA — meist alle drei entbehrlich, sobald der Anschluss auf IP umgestellt ist.

Was an der Stelle des NTBBA heute steht

Beim DSL-Anschluss das Modem im Router. Die Leitung geht von der TAE-Dose direkt dorthin.

Beim Glasfaseranschluss zwei Geräte, die funktional dem alten Netzabschluss entsprechen: die Glasfaser-Abschlussdose als passiver Endpunkt der Faser und das ONT (Optical Network Termination), das Licht in Ethernet umsetzt. Letzteres wird vom Anbieter gestellt oder steckt im Router — die Diskussion um die Gerätewahl wiederholt sich hier mit anderen Vorzeichen.

Beim Kabelanschluss das Kabelmodem, das entweder eigenständig arbeitet oder im Router sitzt.

Der Begriff Netzabschluss ist in allen drei Fällen derselbe: die Stelle, bis zu der der Anbieter zuständig ist. Was dahinter liegt, ist Sache des Kunden — und genau diese Grenze ist bei Störungsmeldungen die entscheidende Frage.

Abgrenzung

NTBA ist der Netzabschluss des ISDN-Anschlusses, der aus der Zweidrahtleitung den S0-Bus macht.

Splitter trennt die Frequenzbereiche für Telefonie und Daten. Er ist passiv und braucht keinen Strom.

APL (Abschlusspunkt Linientechnik) ist die Stelle im Gebäude, an der das Netz des Betreibers auf die Hausverkabelung trifft — der Netzabschluss eine Ebene darüber.

ONT und Kabelmodem erfüllen bei Glasfaser und Kabel dieselbe Aufgabe wie der NTBBA beim DSL-Anschluss.

BRAS beziehungsweise BNG ist die Gegenstelle im Netz des Anbieters, bei der die Einwahl endet.

Quellen

  • Telekommunikationsgesetz (TKG), Regelungen zum passiven Netzabschlusspunkt und zur Endgerätewahl
  • ITU-T G.992.1 und G.993.2: ADSL und VDSL2
  • Bundesnetzagentur: Hinweise zum Netzabschlusspunkt bei Breitbandanschlüssen

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