Glasfaser-Hausanschluss

Der Glasfaser-Hausanschluss ist das Stück zwischen dem Abzweig in der Straße und dem Abschlusspunkt im Gebäude. Es ist der letzte und zugleich teuerste Abschnitt je Meter — und der einzige, bei dem der Eigentümer mitentscheidet.

Die Bestandteile

Von außen nach innen:

Abzweig in der Trasse. In der Straße liegt das Verteilkabel; an der Abzweigstelle wird die Faser für das Gebäude abgesetzt.

Grundstücksleitung. Meist ein Leerrohr mit eingeblasener Faser, von der Grundstücksgrenze bis zum Gebäude.

Hauseinführung. Der Punkt, an dem die Leitung durch die Gebäudehülle geht — der kritische Teil, weil hier Dichtheit gegen Wasser und Gas gefordert ist.

Hausübergabepunkt (HÜP). Der Abschlusspunkt im Gebäude, bis hierhin reicht das Netz des Betreibers.

Glasfaser-Teilnehmeranschluss (GF-TA). Die Dose, an der das Endgerät angeschlossen wird; je nach Betreiber mit dem HÜP in einem Gehäuse.

ONT. Das aktive Gerät, das Licht in Ethernet umsetzt. Es steht hinter der GF-TA und gehört technisch schon zur Kundenseite.

Der Ablauf

Grundstückseigentümererklärung. Ohne sie darf niemand graben. Sie ist der Schritt, an dem die meisten Anschlüsse hängenbleiben, und hat einen eigenen Artikel.

Begehung. Trassenverlauf, Einführungspunkt und Standort des Abschlusspunkts werden festgelegt — vor Ort, mit dem Eigentümer.

Tiefbau auf dem Grundstück. Je nach Oberfläche mit Minibagger, Fräse oder — unter Einfahrten — mit der Erdrakete, damit das Pflaster liegen bleibt.

Hauseinführung setzen, Rohr einführen, abdichten.

Montage und Spleißen. Die Faser wird eingeblasen und an beiden Enden angespleißt.

Messung und Aktivierung. Dämpfung prüfen, ONT setzen, Dienst schalten.

Zwischen Erklärung und Schaltung vergehen in der Praxis Monate, nicht Tage — die Arbeiten laufen gebündelt je Bauabschnitt.

Was es kostet

Während der Vorvermarktung ist der Anschluss üblicherweise kostenfrei, sofern ein Vertrag abgeschlossen wird. Das ist kein Entgegenkommen, sondern Kalkül: Der Betreiber braucht die Anschlussquote, um überhaupt zu bauen.

Danach wird nach Aufwand abgerechnet, und das erreicht regelmäßig einen vierstelligen Betrag. Den Preis treiben vor allem drei Dinge:

FaktorWirkung
Länge der Grundstücksleitunglinear, bei langen Zufahrten der größte Posten
OberflächeRasen günstig, Pflaster teurer, Beton am teuersten
Gebäudesituationohne Keller, mit dichter Bodenplatte oder bei nachträglicher Kernbohrung aufwendiger

Wer absehbar ohnehin die Einfahrt aufnimmt, legt bei der Gelegenheit selbst ein Leerrohr bis zur Grundstücksgrenze. Das kostet in offener Lage wenig und spart später den größten Einzelposten.

Die Hauseinführung

Zwei Bauformen sind üblich:

Mehrspartenhauseinführung. Strom, Wasser, Gas und Telekommunikation gehen durch ein gemeinsames, gasdichtes Bauteil. Bei Neubauten der Normalfall, weil nur eine Öffnung in der Bodenplatte nötig ist.

Separate Einführung. Bei Bestandsgebäuden üblich — eine eigene Kernbohrung, abgedichtet mit einem Ringraumdichtsystem.

Entscheidend ist in beiden Fällen die Dichtheit gegen drückendes Wasser, wenn das Gebäude im Grundwasser oder in Hanglage steht. Eine nachlässig abgedichtete Einführung fällt erst beim nächsten Starkregen auf, und dann im Keller.

Bei Gebäuden ohne Keller wird häufig oberhalb der Bodenplatte durch die Außenwand eingeführt; der Abschlusspunkt sitzt dann im Hauswirtschaftsraum oder im Flur.

„Glasfaser bis ins Haus" — und was sonst gemeint sein kann

Wer einen Glasfaservertrag abschließt, bekommt nicht zwangsläufig Faser bis in die Wohnung. Die Varianten unterscheiden sich darin, wo die Faser endet:

FTTH — bis in die Wohnung. Das ist der Vollausbau.

FTTB — bis ins Gebäude; im Haus geht es über vorhandene Leitungen weiter, etwa über Koaxial- oder Kupferkabel.

FTTC — bis zum Verteiler in der Straße, der Rest läuft über die Telefonleitung.

Im Marketing heißt alles davon „Glasfaser". Die Frage, die Klarheit schafft, lautet nicht „habe ich Glasfaser", sondern „wo endet die Faser".

Abgrenzung

Glasfaser-Teilnehmeranschluss beschreibt die Technik des Anschlusses selbst.

FTTH und FTTB bezeichnen die Ausbaustufe.

APL ist der Abschlusspunkt, an dem die Zuständigkeit des Netzbetreibers endet.

Baukostenzuschuss ist das Entgelt für die Herstellung des Anschlusses außerhalb von Aktionszeiträumen.

Breitbandausbau ordnet den Hausanschluss in das Gesamtprojekt ein.

Quellen

  • DIN 18012: Haus-Anschlusseinrichtungen — Allgemeine Planungsgrundlagen
  • DIN 18322: VOB Teil C, Kabelleitungstiefbauarbeiten
  • Telekommunikationsgesetz (TKG): Netzabschlusspunkt und Endgerätewahl

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